Die Ein Drittel Regel im Restaurant Applebee’s

Die Ein Drittel Regel im RestaurantDie Ein Drittel Regel im Restaurant

Auswärts essen macht Spaß. Man kann sich aussuchen, was man haben möchte, und man muss es nicht einmal selber kochen. Der kleine Nachteil an der Sache: Man zahlt mehr als bei sich zu Hause. Aber an sich ist das nur fair, man hat ja auch deutlich weniger Arbeit, außerdem kochen in einem Restaurant Profis.
So sieht das eigentlich auch Samuel D. aus Las Cruces in New Mexico. Er geht gerne essen, schon deshalb, weil er weder gerne noch besonders gut kocht.
Aber wenn das Ganze dann zu teuer wird, hört sein Vergnügen auf, und der Gerechtigkeitssinn kommt durch. Denn Sam hat eine ganz spezielle Marotte: Er berechnet überschlagsweise den Preis, den die Mahlzeit, die er sich im Restaurant bestellt, kosten würde, wenn er sie selber kochte. Samuel ist dabei nicht kleinlich, will heißen: Er geht nicht von Sonderangebotspreisen aus. Aber er kalkuliert realistisch. Und er hat seine Prinzipien. Bis zu einem Drittel mehr darf es kosten, wenn er sich bekochen lässt, statt sich selber an den Herd zu stellen. Alles darüber ist zu teuer.
Normalerweise geht Samuel dann einfach und sucht sich ein preiswerteres Restaurant. An diesem Abend aber hat er Linn und ihre Tochter Annie dabei. Wenn alles so läuft, wie Samuel sich das vorstellt, dann muss er demnächst gar nicht mehr essen gehen, denn dann hat er Linn, sozusagen seine Gratis-Köchin. Aber noch steht er ganz am Anfang seines Werbens, noch muss er Linn mit Tochter einladen.
Nun sitzen die drei bei Applebee’s. Samuel hat gleich beim ersten Blick auf die Speisekarte festgestellt, dass das hier seine Ein-Drittel-Grenze etwas übersteigt, aber er kann die beiden ja schlecht bitten, wieder aufzustehen. Hinzu kommt noch. dass Linn und ihre Tochter beim Bestellen keineswegs auf die Preise schauen, und wenn doch, dann suchen sie sich mit Absicht das Teuerste aus.
Aber Samuels Gerechtigkeitssinn ist ausgeprägt, und während die beiden luxuriös essen, festigt sich in ihm mehr und mehr die Überzeugung, dass er seiner Ein-Drittel-mehr-isterlaubt-Regel treu bleiben wird. Sprich: Er zahlt ganz einfach den normalen Ladenpreis plus ein Drittel, mehr nicht. Für Applebee’s heißt das: 30 Dollar. Basta. Linn ist es gewohnt, nicht hinzuschauen, wenn der Mann zahlt, und ihrer Tochter sind so banale Dinge wie das Begleichen einer Rechnung ohnehin noch völlig egal. Also bemerkt niemand etwas von Samuels selbstgemachtem Preis.
Nein, »niemand« stimmt nicht so ganz. Denn die Kellnerin bemerkt das sehr wohl. Allerdings ist das Wort »Kellnerin« etwas missverständlich, denn Kellnerin Angela Blyss ist gar keine, sondern sie arbeitet als Polizistin. Gerade heute nämlich haben sich bei Applebee’s eine Menge Polizisten zur Aktion »Tip-a-Cop« zusammengefunden. Das heißt, sie machen heute den Job der Kellner, das Trinkgeld, das sie auf diese Weise einnehmen, spenden sie einer wohltätigen Drganisation.
Als also Angela feststellt, dass ihre Kunden gerade nicht so ganz den vollen Preis gezahlt und dann abgerauscht sind, bittet sie ein paar ihrer Kollegen um Hilfe. Sie finden Samuel und seine beiden Begleiterinnen innerhalb weniger Minuten, und sie zeigen erstaunlich wenig Verständnis für Samuels Marotte. Stattdessen verlangen sie nun eine Kaution von 250 Dollar.
Was den ursprünglichen Preis im Restaurant als ein regelrechtes Dumping-Angebot erscheinen lässt.

Die Ein Drittel Regel im Restaurant

Bild Quelle: Pexels


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